Füllhorn

Wohnen und Einkaufen in Rotterdam

120 Meter lang, 70 Meter breit und 40 Meter hoch ist die 2014 eröffnete Markthal in Rotterdam. Der von MVRDV entworfene Komplex bestimmt wie eine Art Triumphbogen die Innenstadt.

Eigentlich sollte an dieser Stelle eine Markthalle für die Nahversorgung des Laurensquartiers und zwei langgestreckte Wohnblocks gebaut werden. Doch dann entstand die Idee, beide Bauaufgaben in einem Komplex miteinander zu verschmelzen – zum Glück. Denn dieser Ansatz macht die Markthal schon jetzt zu einem Meisterwerk.

Food-Walhalla

Nicht selten werden die Ikonen der Baukunst mit Spitznamen geadelt. Im Falle der Markthal war die lokale Presse schnell damit zur Stelle. Sie verlieh dem Projekt den Titel „Food-Walhalla“. Das ist angesichts dieser Erscheinung durchaus passend: Auf 4000 Quadratmetern finden rund 100 Marktstände Platz. Vor Wind und Wetter geschützt werden diese von einer zwölfgeschossigen Mantelbebauung mit 126 Eigentums-, 102 Mietwohnungen, 24 Penthouses sowie Büros.

Riesenblumen

Die grösste Herausforderung für die Architekten bestand darin, die Wohnungsgrundrisse so anzuordnen, dass die tageslichtabhängigen Räume auf den Aussenseiten liegen. Vom bunten Treiben im Inneren sind die Bewohner indes nicht ausgeschlossen: In den Lichthöfen der obersten Penthouses sind gar Bodenfenster eingelassen, die den Blick in die Tiefe freigeben. Umrahmt werden diese von der wohl grössten Attraktion, den riesigen Blumen des grandiosen Raumfreskos „Hoorn des Overfloeds“ (deutsch: Füllhorn).

Geberit Know-how

Bei der Entwässerung der Markthal fiel die Wahl auf das geräuscharme Rohrleitungssystem Silent-db20 und das Dachentwässerungssystem Pluvia. Mittels Unterdruck funktionierend, kommt dieses System mit kleinen Rohrquerschnitten und wenigen Fallsträngen aus – ein entscheidender Vorteil bei einer gekrümmten Dachform, mit der es im Fall der Markthal klarzukommen galt.