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Mitarbeitende –

Der Bodenschatz im Westerwald
Weiterbildung in der Tongrube

Im CER-Campus widmen sich Geberit Mitarbeitende der gesamten Keramikherstellung, von der Rohstoffbeschaffung bis zur Produktion. Das stärkt die Effizienz in den Werken. Ein Augenschein in der Tongrube im Westerwald (DE).

Mit Helm und Gummistiefeln stehen 14 Geberit Mitarbeitende am Rand einer Tongrube im deutschen Langendernbach: Unten tragen Bagger Schicht für Schicht Ton ab und laden den Bodenschatz auf ein Förderband. Er ist von besonderem Wert für die Keramikindustrie, der im Westerwald tonnenweise vorkommt. Der Tongrubenbesuch ist Teil des fünftägigen Trainings in Ceramic Processing – einer internen Weiterbildung, die den Herstellungsprozess von Keramik vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt greifbar macht.

An der Rohstoffquelle

Seit vielen Jahren bezieht Geberit Ton von der Stephan Schmidt Gruppe für mehrere westeuropäische Keramikwerke. 2025 waren es fast 4000 Tonnen. Der Rohstoff wird nach Geberit Rezepturen aufbereitet, in den Werken zu Schlicker verarbeitet, geformt, getrocknet, glasiert und gebrannt. Westerwälder Tone seien sehr stabil, heisst es auf dem Rundgang. Für eine gute Produktqualität sind diese Eigenschaften entscheidend.

Die Teilnehmenden kommen aus verschiedenen Ländern, Werken und Bereichen: vom ukrainischen GPS-Ingenieur über den finnischen Produktionsleiter bis zur schwedischen Produktentwicklerin. «Jeder hat einen anderen Blickwinkel und bringt eigene Erfahrungen ein. Das macht den Austausch so wertvoll», sagt Jennie Olsson aus der Produktentwicklung in Bromölla (SE).


Lernen aus der Praxis 

Im Seminarraum wird der Gruppe von internen und externen Spezialisten anhand konkreter Beispiele gezeigt, wo die Herausforderungen liegen: Bei der traditionellen Produktion mit Gipsformen und modernen Druckgussverfahren, in der Trocknung – wenn Rohlinge kontrolliert schrumpfen müssen, weil leicht Risse entstehen – und bei der Ofenbeladung, die Qualität und Energieverbrauch beeinflusst. Auch Messverfahren zur Steuerung von Temperatur, Luftzirkulation und Feuchtigkeit sind Teil des Kurses.

Die Leitung hat Projektingenieurin Annika Gäb. Sie arbeitet im CER-Technologie-Team in Höhr-Grenzhausen, das unter der Leitung von Walter Bergen die Keramikproduktion bei Geberit weiter standardisiert und optimiert. Das Fazit zum CER-Campus ist positiv. «Ich habe vor allem bei der Qualitätssicherung neue Einblicke gewonnen», sagt Thomas Zimmermann, Produktionsleiter in Ekenäs (FI). Ann-Charlott Nyberg, Leiterin Produktentwicklung in Ekenäs, sieht konkrete Handlungsansätze: «Jetzt erkenne ich deutlich mehr Ansatzpunkte, wie wir Verbesserungen im Trocknungsprozess erzielen können.»  

 


Nachgefragt bei 
Yasemin Kisacik
Team Lead Materials

Was macht den Ton aus dem Westerwald für die Produktion bei Geberit so wertvoll?

Westerwälder Tone bieten eine sehr ausgewogene Kombination aus Formbarkeit und Stabilität. Das bedeutet: Sie lassen sich gut verarbeiten und bleiben im Produktionsprozess zuverlässig stabil. Das Material verhält sich beim Mischen und Giessen sehr konstant, trocknet kontrolliert und weist ein gutes Brennverhalten auf. Dadurch lassen sich Schwankungen im Prozess reduzieren, was direkt zu stabileren Abläufen und weniger Ausschuss führt.

Wie stellt Geberit sicher, dass die Tonqualität den Unternehmens-Anforderungen entspricht?

Die Qualität wird in mehreren Schritten überprüft. Bereits vor der Lieferung erhalten wir Proben jeder Charge, die nach definierten Geberit Standards getestet werden. Dabei prüft unser CER-Team unter anderem Fliessverhalten, Korngrösse, Festigkeit und Verhalten beim Brennen. Erst wenn alle Kriterien erfüllt sind, wird das Material freigegeben. Zusätzlich führen die Werke bei jeder Lieferung eigene Kontrollen durch.

Eine lächelnde Frau in einem Sicherheitshelm und einer reflektierenden Weste mit verschwommener Tongrube im Hintergrund.