Sanitärinstallateurin – auch am Hörer
Madeleine Nevjall aus Norwegen
Erst war der Sanitärberuf Madeleine Nevjalls Glück. Dann ihr zerbrochener Traum. Heute ist er ein wichtiger Teil ihrer Identität – und bei Geberit in Norwegen hat sie damit eine neue Chance am Schopf gepackt.
«I’m still a plumber!» Madeleine Nevjall sagt die Worte mit nahezu trotziger Überzeugung. Zur Welt und zu sich selbst. Ein bisschen wie Elton John, wenn er schreit: «I’m still standing!»
Die 30-Jährige arbeitet im Technischen Support – an der Hotline – bei der norwegischen Geberit Vertriebsgesellschaft. Sie beantwortet Fragen von Installateuren und hilft mit Problemen auf dem Bau. Dort wäre sie am liebsten selbst. «Draussen auf dem Feld. Da wollte ich arbeiten», sagt sie. Das begann schon in ihren Teenagerjahren. Ihr erster Plan war eine Kranführerlehre auf einer Ölplattform, doch dafür hätte sie weit weg von zuhause reisen müssen. Mit 18 wollte sie das nicht.
Ihr Ding
In die Sanitärbranche gelangte sie per Zufall. «Jemand schlug es vor und ich dachte: Mal schauen.» Schon nach wenigen Wochen wusste sie: «Das ist mein Ding!» Sie beschloss, eine volle Lehre im lokalen Sanitärunternehmen zu absolvieren, doch nach sechs Monaten hatte sie einen Unfall und benötigte mehrere Operationen am Bein – doch bleibende Schäden waren die Folge. Sie quälte sich durch den Rest der Ausbildung – und danach durch einen Monat als feste Mitarbeiterin. Schliesslich strich sie die Segel.
«Ich kann keine längeren Strecken Autofahren, geschweige denn Stunden auf der Baustelle herumgehen und schwere Dinge tragen.» Ihr Traum zerbrach. Sie wandte sich an eine norwegische Organisation, die sich für Frauen im Sanitärberuf einsetzt. Die machte ihr zunächst eine Stelle klar, in der sie weniger heben musste. Doch auch das war zu streng. «Dann sah ich die Stelle am Kundentelefon bei Geberit. Ich fragte bei der Organisation nach, ob das Unternehmen einen guten Ruf habe.» Sie erhielt die Antwort, dass Geberit sich fürs Mitarbeitendenwohl einsetze und in der Branche einen ausgezeichneten Ruf geniesse. Also liess sie sich darauf ein.
Traurig und zornig
Doch sie fühlte sich unsicher, so kurz nach der absolvierten Lehre bereits als Expertin am Telefon aufzutreten. Sie musste erneut durchbeissen, kniete sich in die Materie und gewann zunehmend Begeisterung für den Job. «Ich lernte enorm viel Neues über die Sanitärwelt.»
Das hält bis heute an. «Jeder Kunde ist anders, selbst wenn sich Probleme ähnlich sind. Ich kann jeden Tag weiterlernen.» Bei Geberit ist sie heute auch am Telefon glücklich. «Meine Sprache ist zum neuen Werkzeug geworden, doch die Themen sind dieselben. Ich bin noch immer eine Sanitärinstallateurin!»