Zwischen Weltall und Werkhalle
Studierendenjob als Sprungbrett
Inspiriert von der Raumfahrt begann Anna-Victoria Nottrodt ein Ingenieurstudium – und landete als Werkstudentin bei Geberit. Heute setzt sie ihre Begeisterung für Technik und Präzision in der Produktion in Langenfeld (DE) um.
Die unendlichen Weiten des Weltalls – davon war Anna-Victoria Nottrodt als Jugendliche fasziniert. Kein Wunder: Ihre Heimatstadt Bremen (DE) ist einer der bedeutendsten Raumfahrtstandorte Europas. Hier wird an Technologien für die nächste bemannte Mondmission gearbeitet. «Ein Schulpraktikum in der Raumfahrt bestärkte mich damals, dass ich Ingenieurin werden wollte», sagt sie.
Nach der Schule entschied sich Anna-Victoria Nottrodt zunächst für eine Ausbildung zur Industriemechanikerin – eine solide Basis für ihre technischen Ambitionen. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung folgte das Wirtschaftsingenieurstudium mit Fachrichtung Maschinenbau. Während dieser Studienzeit kam sie erstmals mit Geberit in Kontakt: 2023 startete sie als Werkstudentin bei Geberit Mapress in Langenfeld.
Automatisch zum korrekten Werkzeug
Für ihre Bachelorarbeit entwickelte Anna-Victoria Nottrodt den «Werkzeugturm», ein siebeneinhalb Meter hohes Liftregal, das automatisch die richtigen Werkzeuge für das Laserschweissen von Mapress Fittings zur Verfügung stellt. Ihre Idee: Die Produktionsmitarbeitenden tippen die Artikelnummer des Produkts ein, das sie produzieren wollen, und das Regal liefert die passenden Werkzeuge griffbereit zur Ausgabestelle.
Kein Papiertiger für die Schublade
Es blieb nicht bei der Idee: Die 29-Jährige ist stolz, dass ihre Bachelorarbeit nicht einfach in der Schublade des Professors verschwand, sondern tatsächlich umgesetzt wurde – von ihr selbst. Seit 2024 ist sie als Projektleiterin Anlagentechnik fest in Langenfeld angestellt. Damit die Umsetzung ihrer Idee klappte, musste sie einige Hürden überwinden. Es galt, sämtliche Werkzeuge in SAP zu erfassen, Prozesse mit der IT und der Produktion eng abzustimmen. Eine anspruchsvolle Arbeit – und genau ihr Ding: «Ich arbeite gerne an Schnittstellen und finde technische Lösungen für unterschiedliche Ansprüche.»