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Fatimas Traum

Frauen in technischen Berufen

Es gibt sie: die Ingenieurinnen, Servicetechnikerinnen, Installateurinnen, technische Verkaufsberaterinnen – und es werden immer mehr. Fatima ist eine von ihnen.

Es fing alles mit einem Traum an: Fatima Makhada wollte Ingenieurin werden. «Ich kann nicht sagen, warum ich unbedingt Ingenieurin werden wollte», versucht sie sich zu erinnern. Angeborene Talente, technische Interessen, eine hohe Anerkennung für Bildung in der Familie und «eine Erziehung im Geiste, dass ich alles werden kann, was ich werden will», waren die Zutaten, die sich zu einem Traum und einer klaren Berufswahl verdichteten.

Das Ziel war klar – der Weg hierzu jedoch alles andere als gerade. Denn Fatima Makhada, die sich für ein Ingenieurstudium anmelden wollte, wurde zuerst zurückgewiesen: «numerus clausus» hiess diese erste Hürde.

Über einen Umweg zum Ziel

Aufgeben ist nicht Fatimas Stil. So nahm sie einen Umweg – über die “Ecole Supérieure de Technologie” in Casablanca in Marokko, eine höhere technische Ausbildung, die sie nach zwei Jahren mit einem technischen Diplom abschloss. Nun stand dem Studium nichts mehr im Weg, und weitere drei Jahre später, 2013, hielt sie ihr Ingenieurdiplom in den Händen. Da war sie endlich, wo sie sein wollte.

Heute arbeitet Fatima Makhada, 31 Jahre alt, verheiratet, Mutter einer einjährigen Tochter, als Technische Sales Ingenieurin bei Geberit in Marokko. Für sie ist ihr Weg eine Selbstverständlichkeit: «Ich habe an meiner Berufswahl nie gezweifelt: Es ist meine Entscheidung und meine Verantwortung».

Männer beraten - mit Kopftuch?

Das klingt einfach, selbstverständlich, problemlos. Ist es auch so? «Nein, natürlich nicht», lacht Fatima Makhada. An der Hochschule studierten etwa 10 bis höchstens 15 Prozent Frauen. Die meisten von ihnen wählten eine Karriere im Management oder in der Personalführung. In den Vorlesungen in technischen Fächern war sie oft die einzige Frau: «Das muss man ausblenden und sich diszipliniert auf das eigene Ziel konzentrieren.»

Das tut sie auch heute, obwohl sie in ihrem Team auch eine Kollegin hat. Eine Muslima als Sales Ingenieurin, die immer ein Kopftuch trägt, ist auch in Marokko eine Exotin: «Da erntete ich schon ein paarmal ein Stirnrunzeln.» Was aber Fatima bestens kann: Vorurteile abbauen, kompetent beraten, verständlich kommunizieren, sich für die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden interessieren. «Nach fünf Minuten haben alle vergessen, dass sie ein Fachgespräch mit einer Frau im Kopftuch führen.»

«Ich habe an meiner Berufswahl nie gezweifelt: Es ist meine Entscheidung und meine Verantwortung.»